Kunstraum für Lyrik, Bild und Skulptur

Die Jarrestadt Postkarten

 der Künstlerin Christin van Talis (wohnhaft in der Jarrestadt)

 

 

Die Postkarten-Motive können auch als einmaliges Kunstwerk handgemalt auf Leinwand erworben werden. Die Malerin Christin van Talis wird das Motiv in einem ganz eigenen Stil künstlerisch umsetzen.

 

 Die besondere Postkarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

weitere Motive

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Fotografien aus der Jarrestadt. Demnächst erfolgt eine eigene Website über die Jarrestadt. Dort finden Sie dann noch mehr wundervolle Aufnahmen. Oder Sie rufen mich an und vereinbaren einen Termin.

 

Trutzburg des sozialen Wohnungsbaus

Ein eigenes Bad für jede Familie, dazu fließend warmes Wasser und Zentralheizung. Geräumige Wohnungen, die sich gut lüften ließen, zu erschwinglichen Mieten. Viel frisches Grün zwischen den in strenger Symmetrie ausgerichteten Häuserzeilen. Und ein einheitliches Ensemble, das mit seinen 1800 Wohnungen auf zehn Hektar Fläche einem ganzen Stadtteil ein neues Gesicht gab. Als die Jarrestadt vor 75 Jahren fertiggestellt wurde, erschien das rote Backsteinquartier im Süden Winterhudes wie eine städtebauliche Revolution. Mit der Geschlossenheit seiner Anlage, der Größe des Planungsgebietes und seinen sozialpolitischen Reformansätzen war es städtebaulich wegweisend für die Architektur in Europa.

Wie viele Neuerungen wurde auch der Reformwohnungsbau der 20er Jahre aus der Not heraus geboren. Die sogenannte "Wohnungsfrage" beschäftigte die bürgerlichen Reformer in Hamburg bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Untersuchungen hatten nicht nur die katastrophalen Wohnbedingungen der Arbeiterfamilien aufgedeckt, sondern auch die Auswirkungen auf die Moral, die Ordnung und die Gesundheit der Menschen erkannt.

Dennoch hatten die Bemühungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, verstärkt Kleinwohnungen zu bauen, wohnhygienische Aspekte mit wenigen Ausnahmen ignoriert. So entstanden ab den 1870er Jahren zwar zahlreiche neue Arbeiterwohnquartiere in den Stadterweiterungsgebieten. Doch die Wohnungen sowohl in den als "Terrassen" bezeichneten Hinterhäusern als auch in den Jugendstil-Schlitzbauten waren meist dunkel, kaum zu belüften, schlecht geschnitten und zudem noch häufig feucht.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch in Winterhude Beispiele dafür, daß bis zu neun Personen in einem 14 Quadratmeter großen Raum wohnen mußten. Innerstädtische Quartiere wurden geschleift. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kam der Wohnungsbau völlig zum Erliegen. Nach 1918 spitzte sich die Wohnungsnot deshalb weiter zu.

Diesem Mißstand wollte Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher Mitte der 20er Jahre begegnen und schrieb einen Wettbewerb aus.

Die zehn besten Architektenbüros der Hansestadt, die aus dem Wettbewerb hervorgehen sollten, erarbeiteten gemeinsam die Gestaltung des Gesamtkonzepts

Heraus kam ein geschlossenes Ensemble mit einem klaren städtebaulichen Rhythmus und einer gemeinsamen Formensprache, dem "Neuen Bauen" verpflichtet. Die Baukörper waren aus strengen, kubischen Formen zusammengesetzt, optisch aufgelockert durch höher gestaffelte Kopf- oder Endbauten und flache Zwischenglieder. Plätze, begrünte Hinterhöfe und grüne Sichtachsen schufen das Gefühl von "Wohnen im Grünen".

"Je mehr eine Bevölkerung auf das Etagenhaus angewiesen ist, um so mehr muß dafür gesorgt werden, daß ihr ausgleichende Grünanlagen zur Verfügung stehen", lautete Schumachers Credo. Alle Gebäudeteile am Rand des neuerbauten Viertels waren ein Geschoß höher angelegt als die innen liegenden Häuser - dadurch entstand der Eindruck eines Walls, der die Jarrestadt zusammenhält. Trutzig wie eine Burg.

Den ersten Mietern erschienen die 50 bis 60 Quadratmeter großen, familiengerecht geschnittenen Wohnungen als purer Luxus. In einigen Häusern wurden in der Waschküche eigens "Wäschemeister" beschäftigt, bei denen die Hausfrauen ihre Wäsche abgeben konnten. Von Beginn an prägte ein besonderes Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl die Menschen im Quartier. Als fast schon sprichwörtlich galt die gelassene Atmosphäre im Stadtteil. Das Viertel war bereits nach kurzer Zeit in Hamburg als Jarrestadt bekannt, ohne daß ihm dieser Name je offiziell verliehen worden wäre. Die Schule Meerweinstraße, 1930 als städtebauliches "Schmuckstück" am Ende einer Sichtachse eröffnet, galt als ausgesprochen moderne Reformschule.

Zur Lebensqualität trugen auch die weit über hundert Einzelhandelsgeschäfte, Eckkneipen und Konditoreien bei - die Jarrestadt war geprägt von liebenswerten kleinen Existenzen, Milchgeschäften, Kolonialwarenhandlungen, privaten Leihbüchereien. Samstag abends traf man sich zum Tanz im Volkshaus.

Text aus der Broschüre des Jarrestadt-Archivs:

 

Das Jarrestadt-Archiv

 

www.jarrestadt-archiv.de

 

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