FrauenFriedensgedanken
Autorinnen zur Leseprobe (runterscrollen)
Arnold, Evelyn
Begman Karabeg, Samira
Beylich, Eva
Blatter, Ulrike
Bock, Antje
Boja, Renata
Born-Edenhofer, J. Christine
Bott, Magdalena
Braunsdorf, Regina
Brosowski, Melanie
Bruning, Clara
Bürk, Beate
Burg, Line
Burkert, Dolores
Caputo, Carmen
Claussen, Helga
Didier, Gabriele
Dierkes, Ulrike
Donau, Greta
Dutz, Elisabeth
Ehsan, Sara
Eichenauer, Anna
Erdelmeier, Jennifer Lynn
Erning, Hiltrud
Ernst, Martina
Ethner, Beatrix G.
Eules, Susanne
Falk, Simone
Fitting, Lisa
Fricker, Helga
Friebe, Aline
Golisch, Stefanie
Green, Sandy
Grunert, Sophia
Günther, Silvia
Gürtler, Petra
Hamfler, Peggy
Harkou, Brigitte
Hebein, Esther
Hefler, Beate
Heimes, Silke
Herrmann, Dörte
Herzogenrath, Eve
Horn, Jessica
Horváth, Marianne
Kindel, Renate
Krekel, Sigrid
Kroner, Petra
Laue, Mara
Lind, Linni
Link, Sophie
Lisiak, Joanna
Löppert, Gabriele
Lotz, Angelika
Müller, Judith
Muschalla, Beate
Neubauer, Anca
Neulist, Annette
Neumeier, Lisa
Oldenburg, Birgit
Piontek, Susanna
Podgornik, Elisabeth
Puhlmann, Susann
Rex, Eva Gabriele
Sachse, Ingritt
Schiff, Julia
Schröder, Michaela
Schumann, Carla
Schütt, Olivia
Siemon, Claudia
Stadtmüller, Erika
Steger, Margarete
Stisser, Friedeborg
Strätling, Ursula
Strauch, Elena
Strohmeier, Marion
Thomas, Petra S.
Urban, Tita
Veras, Rita (Rita Kratzenberg)
Vermöhlen, Martina
Weichselbaumer, Friederike
Wiedmann, Jasmin
Winnacker, Julia
Winter, Kristin
Preisverleihung
1. Preis – Leinwandgemälde (2.400,00 €) - geht an Marianne Horváth für das Gedicht: Tanzleuchten
2. Preis – Skulptur (400,00 €) geht an Carmen Caputo für das Gedicht: Fliederblüten
3. Preis – Plastik (240,00 €) - geht an Friedeborg Stisser für das Gedicht: Erlöste Erde
Leseprobe
Tanzleuchten | Marianne Horváth
sich räkelt
am siebten tag
unter blauem himmel
der erwachte
auf warmem schiefer
sein windlächeln
die fesseln ihm löst
wispersamen
von der zunge blüht
tanzt das herz
leuchtet auf
das sein
Fliederblüten | Carmen Caputo
Noch schwanken lilaflaumig Triebe zwischen Blüte und Geselligkeit.
Uferblau
ruht sich der Frieden aus im Schatten meines Nackens und beschläft mit saurem Atem
seichte Nasenflügel.
Nie will ich mir diese Zeit anders vertreiben, nie schlafen gehen, nie versäumen.
Nur die Stille will ich trinken.
Erlöste Erde | Friedeborg Stisser
erlöste Erde
gewachsener Himmel
im Horizont geküsst
klangerfüllte Asche
gereift alle Dinge
über den Eismeeren
Sternengesang
Und
ein Kichern im Kosmos
+++++
grün webt es
von MIR
zu DIR
Wenn dich Mondschein verschluckt | Linni Lind
Die Tage wie Schlangen!
Einen Pinselstreich lang und vorbei geschlichen.
Aber dann! Dann wächst noch vor der Nacht
eine dunkle Wand aus schwarzem Geflecht,
schwillt Widerstreit an aus Verwirrung,
und du maltest vielleicht so einen Wald, und dann
steht der Mond auf!
Ein eirunder Schein über dem Wald.
Ruht sanft ohne tragendes Fundament,
steht hoch, wie aus der Luft gegriffen,
blicklos, als gäbe es etwas, was Keiner weiß,
erzählt wortlos von einem Geheimnis,
welches selbst die Schlange nicht kennt . . .
Solange kannst du nicht stehen,
bis du dem Schweigen die Hand reichst.
Ganz gleich, wo du auch seiest,
ob auf dem Felde vor deinem Haus,
oder ob in den Straßen der Fremde,
es wird bei dir einziehen, das sanfte Scheinen.
Auch wenn deine Seele ermattet ist,
- denn die Blüten verschlang schon die Schlange -
stehst du voll Andacht.
Du lobpreisest den Mond,
legst einfach den Pinsel nieder und singst.
Und eine Heimlichkeit senkt sich hernieder
und flickt dein verschlissenes Tagnetz,
bettet deine Seele in Samt.
Wenn dich der Mondschein verschluckt,
bis du am Morgen mit neuer Kraft
auf die Blindschleiche wartest.
Wandernde Wahrheit | Dörte Herrmann
Zum dunklen Wort unter der Zunge legt sich
die nackte Wahrheit schön und weiß
sekundenweit Haut an Haut
zu ruhen
Speichelfeuchte Zunge behält für sich
die Körper in dunklem Mantel
durchgreifen die Zeit
mit verwobenen Händen
verschränkten Leibes
Haut an Haut
zu fliegen
Zungeleere beweht von Wind
schmeckt herb den Schweiß der Wandernden
im durchbrochenen Kleid
schimmert Wirklichkeit in Poren
zeitgroß auf der Haut
die Ruhelose erahnt
sich kaum einmal
selbst
Reise in Polen | Ulrike Blatter
auch hinter diesem Dorf
geht die Welt zu Ende
ein Haufen Brennholz
bleicht ungeschichtet einen Sommer lang
und ein Bus ohne Fensterglas
erzählt weiße Geschichten
und ein Brett mit einer karierten Decke
ist genug
tagsüber, um darauf zu sitzen
und genug
um nachts darauf zu schlafen
und auch
die Blumen blühen am frühen Morgen
und wenn es
riecht, so riecht wie früher
dann ist es Mittag
und ein Brett mit einer karierten Decke
ist genug
um mittags daran zu essen
und wenn
es auch morsch ist und bleich
denn was
du heute reparierst mit deinen Händen
das hält
bis Mitternacht, oder in langsamem Stillstand
drei Generationen lang
auch hinter diesem Dorf geht die Welt zu Ende
das ist aber
kein Weltuntergang
denn ein Brett mit einer karierten Decke darauf
ist genug zum sich Lieben
und taugt dann zur Bahre
zuletzt
Das Leben | Renata Boja
Angriffe häufen sich
in einfachen Sachen
sie werden immer feiner
Hilferufe werden leiser
am Morgen kleiden wir uns mit Worten an
am Abend legen wir den Panzer ab
um zu lieben sind wir gekommen
die Hand zu reichen das
schaffen wir
Noch ist Polen nicht verloren | Dolores Burkert
das deutsch-
polnische
Verhältnis
krankt –
immer noch
Komplexe
beschießen
Respektlosigkeit
Empfindsamkeiten
stechen auf
Gleichgültigkeit
verloren
könnte man
meinen
wäre da nicht
die
unbewaffnete
Jugend